Frauen in Indien

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Besonders in der städtischen Mittelschicht zeigt sich immer mehr, dass Frauen Männern nicht nur ebenbürtig,sondern oft auch überlegen sind. Es gibt unzählige Frauen in Indien, die als Ärzte arbeiten, Richterinnen sind oder erfolgreiche Unternehmerinnen sind. Trotzdem besteht, vor allem auf dem Land, wo noch etwa 70% bis 80% der Bevölkerung lebt, eine riesige Kluft zwischen den Rechten der Männer und denen er Frau. Dort gelten Frauen als zweitklassig und unterliegen den Launen ihrer Väter und Ehemänner. Frauen müssen weiterhin schlimmste Diskriminierungen und Gewaltüber sich ergehen lassen.

@mckaysavage 2008/ flickr

Das liegt daran, dass der Verhaltenskodex “Manu”, der etwa 200 n. chr. entstand noch immer tief in den Köpfen verwurzelt ist. Er besagt, dass die Frau, quasi als Leibeigene und Untergebene des Mannes, nur für ihn und die Familie da zu sein hat.

Sie darf nicht schlafen bevor er schläft, sie muss aufstehen bevor er aufwacht, sie darf nicht sitzen, wenn er steht, sie muss Misshandlungen über sich ergehen lassen. Der Glauben an jenen Kodex rechtfertigt in vielen Augen die tausenden Gewalttaten an Frauen, die bis zum Mord führen. Diese häufen sich mit dem Verlangen der Bevölkerung an der Konsumgesellschaft, die durch den Wirtschaftsboom Indien rasant wächst, teilzuhaben.

Die Familie einer Frau muss bei deren Verheiratung eine Mitgift zahlen. Viele Männer sehen diese Zahlung als Eintrittskarte in ein besseres, materielles Leben und verlangen Unsummen als Mitgift für ihre Gemahlin.Viele Familien können diesen Forderungen nicht nachkommen und  so passiert es nicht selten, dass die gerade frisch vermählten Frauen durch einen Mord, offiziell aber einem “Unfall am Herd” für die nichtgezahlte oder zu niedrige Mitgift bestraft werden. Zwar gibt es Gesetze, die Misshandlungen und Morde an Frauen mit hohen Strafen bezeichnen, sie scheinen aber nur in der Theorie Anwendung zu finden, denn etwa alle 3 Minuten wird eine Frau in Indien Opfer von Gewalt durch ihren Ehemann. 

Mädchen werden häufig abgetrieben. Nicht nur die hohen Mitgiften für Mädchen schrecken Familien ab Mädchen zu bekommen, sondern auch der Glaube, dass sie sowohl in Indien als auch im Ausland keinen Job finden können und die Familien daher finanziell nicht unterstützen können. Seit den 1970er Jahren sind Abtreibungen legal und sie boomen. Es zeigt sich heute bereits ein Ungleichgewicht in der Demografie Indiens, da es weitaus mehr Jungen als Mädchen gibt. Sollte der Trend anhalten, wird sich das Land in Zukunft ganz neuen Problemen stellen müssen.

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Der Jainismus – Eine Religion ohne Kastenwesen

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@ Matthias Jäger/ pixelio.de

Etwa 7 Millionen Menschen in Indien gehören dem Jainimus an. Die Hindus sehen die Religion als Teil und Abspaltung des Hinduismus an. Die Jains selbst widersprechen dem, da sie in vielen Punkten grundlegend andere Ansichten verfolgen. So lehnen sie  das hinduistische Kastensystem ab. Weiterhin sind Frauen und Männer gleichgestellt. Um zur Erleuchtung zu gelangen, muss ein Jain als Mönch oder Nonne der Gesellschaft Gutes tun und alle weltlichen Leidenschaften wie beispielsweise Reichtum, hinter sich lassen. Der gravierendste Unterschied zum Hinduismus ist, dass Jains nicht an Götter glauben, sondern an erleuchtete Propheten, die Tirthankaras (Wegbereiter), welche die Grundsätze der Religion nachhaltig geprägt haben.

Die 5 Grundsätze des Jainismus

  1. Gebot der absoluten Gewaltlosigkeit: Jains ist es gegenüber allen Lebewesen, so weit wie möglich auch Pflanzen, untersagt Gewalt anzuwenden. Darin ist auch ihr absoluter Verzicht auf Fleisch begründet.
  2. Gebot des Nichtstehlens
  3. Gebot des Nichtlügens
  4. Gebot der Gleichgültigkeit gegenüber materiellem Besitz
  5. Keuschheit

Hier noch einige interessante Bücher zum Thema:

Symbolik des Hinduismus und des Jainismus: Tafelband    Wegbereiter des Friedens: Die lebendigen Philosophien der Bishnois und Jains    Karma – die Gebrauchsanleitung: … damit das Schicksal macht, was Sie wollen

Reisezeiten für die Regionen Indiens

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Da Indien so riesig ist, sollte man den Reisezeitraum am Klima in der jeweils ausgewählten Region oder der Reiseroute auswählen. Generell kann man sagen, dass unser Winterhalbjahr,also etwa von Oktober bis März, der beste Zeitraum ist, um Indien zu besuchen. Allerdings gibt es auch hier Ausnahmen, je nachdem, in welche Klimaregion Indiens man reisen möchte.

@ Saravask 2007-03/ http://en.wikipedia.org/wiki/User:Saravask

Himalaya/ Kashmir

Die Region um und im Himalaya Gebirge sowie das Gebiet um Kashmir und Srinagar sollten sehr differenziert betrachtet werden. Es gilt, wer hoch hinaus ins Gebirge möchte, der sollte eher im Sommer reisen, da sonst starke Schneefälle und kaltes Klima vorherrschen. Von Mai bis September liegen die Temperaturen dort zwischen 18°C und 24°C.

Östlicher Norden/ Delhi

Der östliche Norden um Neu Delhi sollte im Sommer gemieden werden. Zu dieser Zeit sind starke Regenfälle und Hitze an der Tagesordnung. Am besten ist es zwischen Oktober und Mai zu reisen. Die Temperaturen sind während dieses Zeitraums im Januar mit durchschnittlich 15°C am niedrigsten und im Mai mit 33°C am höchsten. Die Regenhäufigkeit nimmt in dieser Zeit stark ab.

Nordosten/ Westbenghalen/ Kolkata

Das Gebiet um Kolkata und die Westbenghalen, also etwa der Nordosten Indiens, sollten in den von April bis Oktober gemieden werden. Zwar steigen die Temperaturen geringfügig wenig an als in Delhi, allerdings regnet es nahezu doppelt so viel. Die beste Reisezeit ist daher von November bis März. In dieser Zeit liegen die Temperaturen zwischen 24°C und 27°C. Der Niederschlag hält sich zwischen 6 bis 34 Millimetern/Monat.

Westen/ Mumbai

In Westindien, also auch in Mumbai schwanken liegen die Temperaturen das gesamte Jahr über zwischen 26°C und 29°C. Allerdings schwankt dieNiederschlagsmenge extrem. Zwischen Dezember und April fällt im Grunde kein Niederschlag. Von Juni bis September sollte man dem anhaltenden, sehr starken Monsun entfliehen. Die einzigen Monate, die zum Reisen nicht entweder nur heiß und trocken oder aber heiß und flutenreich sind, sind der Mai, November und Dezember.

Südwesten/ Goa

Das Gebiet um das Badeparadies Goa, also der Westen Indiens trägt ganzjährig angenehme Temperaturen zwischen 22°C und 27°C. Den Badeurlaub plant man am besten zwischen  November und März, da dann weniger Niederschlag fällt. Der trockenste Monat ist der Februar.

Süden/ Kerala

Im Bundesstaat Kerala und im westlichen Süden Indiens zeigt das Thermometer immer zwischen 26°C und 28°C an. Die beste Reisezeit ist von November bis März. Danach steigt der Niederschlag wieder enorm an.

Südosten/ Andhra Pradesh

Im Südosten, um Andhra Pradesh ist die beste Reisezeit zwischen Dezember uns März. Die Temperaturen liegen dann zwischen 24°C und 28°C und Niederschlag ist nur sehr selten anzutreffen. Für manchen mag aber auch April/Mai angenehmer sein, denn obwohl es ca. 30°C bis 32°C sind, regnet es bereits auch öfters. Die Sommermonate sind wegen des Monsuns wieder nicht zu empfehlen.

Wer hat Lust auf eine Reise nach Indien?

Indien kann man auf verschiedenste Arten kennenlernen. Man kann selbst alles planen und vorbereiten. Das macht Spaß und ist besonders bei Backpackern und jungen Leuten beliebt. Da Indien aber vollkommen anders ist als ganz Europa, wodurch dem Reisenden manche Organisationsprobleme oder Gefahren nicht bewusst sein könnten, kann man auch ruhigen Gewissens auf einen Reiseveranstalter zurück greifen. Einige gute sind die folgenden. Reiseanbieter für individuelle und spezielle Indienreisen, stelle ich in den verschiedenen Reiserouten vor.

Die Vielfalt der Sprachen in Indien

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@Gerd Altmann/ pixelio.de

Das Land vereint etwa 180 verbreitete Sprachen. Hindi, was vor allem im Süden des Landes gesprochen wird und Englisch gelten als die beiden offiziellen Sprachen. Es gibt aber noch 21 weitere anerkannte Amtssprachen und über 540 Dialekte. Obwohl Englisch die Amtssprache ist, sprechen es nur etwa 5 % der Bevölkerung fließend und in einer Aussprache, die dem britischen Englisch tatsächlich nahe kommt und so für Ausländer verständlich ist. Wenn man sich in Indien verständigen möchte, sollte man sich also Zeit geben sich in das indische Englisch einzuhören oder besser noch eine weitere Sprache Indiens lernen, am besten Hindi lernen, da das von 30 % der Bevölkerung gesprochen wird. Danach kommen Sprachen wie Bengali, Telugu, Marathi, Tamil und Urdu.

Um schon vor der Indienreise etwas Hindi zu lernen, empfiehlt es sich einen Sprach Kurs zu machen. Mittlerweile gibt es hervorragende Sprachkurse online, wie jene von Rosettastone.  Die Kurse haben den Vorteil, dass man sich die Zeit so einteilen kann wie man möchte und sie auch ortsunabhängig machen kann. Trotzdem braucht man nicht auf einen echten Lehrer verzichten und mit einer Computerstimme zu sprechen. Nein, es werden auch Live Coaches angeboten, die direkt die Aussprache verbessern und Fragen beantworten.

Rosetta Stone Version 3: Englisch (Britisch) Stufe 1,2&3 Set Persönliche Edition inkl. Audio Companion    Einstieg Hindi für Kurzentschlossene. Audio-Sprachkurs    Lextra – Hindi – Sprachkurs Plus: Anfänger: A1-A2 – Selbstlernbuch mit CDs und kostenlosem MP3-Download: systematisch, schnell und gut. Europäischer Referenzrahmen: A1/A2

Indien – Ein Land zahlreicher Religionen

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@Tim Caspary/ pixelio.de

Buntes Indien. Es scheint als hätte jemand ein wenig von allen Religionen der Welt auf eine Mischpalette geträufelt, den Pinsel munter darin geschwenkt und hätte das Stück Erde, was heute Indien ist, mit der bunten Mischung ausgemalt. So viele verschiedene Glaubensrichtungen wie in Indien gibt es in wenigen Ländern zu finden, vor allem leben sie selten so (relativ) friedlich zusammen wie dort. Die indische Gesellschaft ist geprägt durch die zahlreichen Religionen im Land. Etwa 820 Millionen Menschen, also 80 Prozent der Inder gehören dem Hinduismus an, gefolgt von Moslems mit 138 Millionen Anhängern. 24 Millionen sind Christen und 18 Millionen Sikhs, sowie Parsen, Buddhisten und Jains. Das hinduistische Kastenwesen bestimmt nach wie vor in weiten Teilen das gesellschaftliche und berufliche Leben.

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